Eisschollen

Umgeben von zerbrechlichen Dingen

bahne ich mir meinen Weg

in eine neue Gemeinschaft, in der

die anderen schon angekommen sind?

Oder sind auch sie

unsicher

bei jedem Wort, Lachen, Erzählen und Zuhören?

Vorsichtig müssen wir Dinge antippen

um zu sehen, wie zerbrechlich sie sind.

Langsam bauen wie unsere Fläche,

auf der wir gemeinsam

sicher

stehen können.

Rauswurf

Ich wurde rausgeschmissen

von dir

aus deinem Innenleben verbannt.

Nicht mit Worten

sondern mit der Abwesenheit von ihnen

Ich bin nicht mehr Teil deines Lebens,

du erzählst jetzt anderen,

was dich beschäftigt.

Und ich stehe

unsicher und wütend

vor deiner Tür.

Versuche zu lächeln und kein Problem zu sein

aus Angst,

dich ganz zu verlieren.

Doch dieser Moment: der ist gut

auf dem Bett sitzen, Popmusik hören, mitsingen und malen. Ganz allein, nur für mich…verliebt in den Moment

die Freude auf dem Gesicht dieses Typens auf dem Konzert

zu beobachten, wie sie mitschreien, ihre Wut und Frustration in Musik ausdrücken und dabei so glücklich sind

„So habe ich das nicht geplant!“ „Du hast was geplant? Was denn?“ „Mach die Augen zu….“…….

Herzklopfen beim Lesen eines Buches, weil ich wissen will wie es weitergeht und mich zwingen muss jedes Wort zu lesen und nicht schnell über den Text zu fliegen

fast zu weinen weil ich so voller Emotionen bin bei einem Konzert, keine Worte, nur Gefühl

bei einer langsamen Stelle im Lied bewegen sich manche schnell, weil sie schon im Ohr haben, wie das Lied weitergeht

meine Haare wehen im Wind

mit Schlafsack auf Deck in der Sonne liegen, Meer und Wind im Ohr und im Haar

rasante Fahrt vom Check In auf die Fähre

barfuß Fahrrad fahren

Vorfreude auf die mökki mit T.

nach 2km anstrengendem Laufen in der mökki ankommen

Feuer machen

nass in der Sonne liegen und sich aufwärmen lassen

auf der Terasse sitzen, den See vor Augen, Wellen im Ohr, in eine Decke eingemummelt ein Buch lesen

Jogginghose hängt tief, über Wurzeln auf dem Weg zum Plumpsklo

Mein inneres Kind

In meinem Herzen wohnt

ein Kind.

Fühlt sich geborgen, zugehörig, geliebt.

In manchen Momenten

sind wir eins.

Es spielt am Bach,

hat die nackten Füße im kühlen Nass,

einen glatten Stein in der Hand

und beobachtet neugierig die Natur

um sich herum.

Es ist gelassen, zufrieden, zuversichtlich.

Lebt im Hier und Jetzt.

Weiß, dass es einen Platz in meinem Herzen hat.

Weiß, dass es irgendwohin gehört.

Es ist nicht allein.

Unter Menschen versteckt es sich,

will nicht wieder verletzt werden.

Auch ich will nicht, dass es wieder verletzt wird

und lasse es,

alleine am Bach spielend, zurück.

Und der Platz in meinem Herzen ist leer,

ich fühle keine Geborgenheit, Zugehörigkeit, Liebe.

Ohne es fehlt mir die Gelassenheit, Zufriedenheit und Zuversicht

um unter Menschen ICH sein zu können.

In diesen Momenten sind wir nicht eins, bin ich allein.

Aber ich will es nicht dem Schmerz aussetzen.

Es soll dort am Bach spielen, neugierig und offen bleiben

und niemals erwachsen werden müssen.

Niemals das Leid erfahren, das ich kenne.

Das noch auf es wartet.

Schmerz

warum

lauerst du

hinter gesichtern und geschichten?

ich will dich nicht mehr.

du warst zu lange mein begleiter.

löse dich auf

in meinen neuen plänen,

meiner hoffnung, neuen erfahrungen!

was war, war.

und tat weh.

doch das muss es nicht immer wieder tun,

nur weil mich etwas erinnert.

löse dich auf.

schmerz.

Fallen lassen

Sich nie wieder fallen lassen,
aus Angst fallen gelassen zu werden.
Nicht mehr loslassen, nie mehr die Kontrolle verlieren, nie mehr offen sein, nie mehr sicher sein, dass der andere da ist.

Nie wieder vertrauen. Geborgen und gehalten werden ohne vorher zu fallen. Gestützt werden von jemandem, der entgegenkommt, schon da ist, die Arme schon oben um mich schließt und nicht unten wartet, bis ich mich fallen lasse.

 

An den dunkelsten Tagen



An den dunkelstenTagen

muss man nach einem Hauch von Licht suchen, 

an den kältesten Tagen 

nach einem Hauch von Wärme;

an den trostlosesten Tagen 

muss man die Augen nach vorne und nach oben richten,

und an den traurigsten Tagen 

muss man die Augen offenhalten, um sie weinen zu lassen. 

Und dann trocknen zu lassen. 

Damit der Schmerz hinausfließen kann 

und sie wieder frisch und klar werden.
                                                         by Tahereh Mafi